SAISONRÜCKBLICK 2011
15.03.11
Leider musste ich um 18:30 aufgeben!
Ich bin um 15:22 nach 16 Stunden Pause mit 10 Hunden aus dem Checkpoint Neiden 1 aufgebrochen. Schon beim Einspannen habe ich bemerkt, daß die Hunde sich nicht so erholt hatten, wie ich gehofft habe. Ich wollte es aber auf jeden Fall probieren. Aber schon nach einigen Kilometern hat sich mein Eindruck vom Einspannen bestätigt. Das Team war müde und ohne drive! Als dann nach 8 km mein Leithund wieder aufgab, war klar, dass ich ihn keine 110 km im Schlittensack transportieren konnte. Ich musste schweren Herzens umdrehen und zum Checkpoint zurück fahren. Der Mangel an Leithunden und der Zustand des Teams haben mich dann zum Aufgeben bewogen.
Es ist echt Schade, dass der große Aufwand sich nicht ausgezahlt hat
15.03.11
Hallo aus Neiden! Nach einer sehr anstrengenden Nacht von Tana nach Neiden, nehme ich meine 16 Stunden hier in Neiden. Auf der Etappe Gestern waren die Hunde sehr müde und ich hatte schon nach 10 km den Ersten Hund k! Ich hatte gehofft, dass ich Bernard nach einiger Zeit wieder einspannen könnte. Leider hat das so nicht funktioniert und nach 40 km hatte ich den zweiten Aussteiger. Nach weiteren 10 km hatte dann der Leithund auch Probleme. Durch ständiges rotieren schaffte ich es bis 20 km vor den Check-Point. Dann musste ich alle drei laden aber die verbleibenden 10 Hunde schafften es uns in den Check-Point zu bringen.
Ich werde um 15 Uhr Neiden verlassen und gehe davon aus, dass ich zwei Hunde aus dem Team nehmen muss.
11.03.11
Nach einer guten Nacht mit viel Schlaf, haben wit heute Vormittag die Letzten Arbeiten erledigt. Michael hat das Auto aufgeräumt und gepackt und ich hab meinen Schlitten gepackt und alles Material nochmal überprüft. Heute Abend um 16:45 ist das Bankett mit Startnummernvergabe. Ich werde Morgen um 12:16 als 2. Starter auf die Strecke gehen. Das Wetter ist sehr gut vorausgesagt und es wird deutlich kälter.
10.03.11
Die Eröffnung des Borealis Festivals war wie immer sehr schön. Dieses Jahr hatten wir am Himmel noch Nordlichter, was es zu einem unvergesslichen Erlebniss gemacht hat. Es ist auch immer sehr schön, wenn alle anwesenden Zuschauer allen Mushern ein lautes "god tour " entgegenrufen. Es ist einfach toll hier!
Michael ist heute Abend um 23 Uhr eingeflogen und ich habe ihn vom Flughafen abgeholt. Jetzt ist die Crew komplett und wir freuen uns alle auf den Start am Samstag.
Morgen wird der Schlitten und das Auto gepackt und am Abend ist das Start-Banket mit der Startnummernvergabe.
10.03.11
So jetzt kann ich mich endlich wieder melden! Wir hatten zwei Tage Sturm und deshalb kein Internet in unserem Hotel. Am Montag kam 27 Personen mit der Firma Brunner an. Natürlich ist Herr Brunner, der Chef der Firma, auch mit dabei. Die Firma Brunner unterstützt uns seit einigen Jahren sehr Tatkräftig und es ist eine sehr herzliche Verbindung. Die "Brunners" haben ein tolles Program für die ganze Woche und werden mich beim Start am Samstag lautstark anfeuern.
Jetzt in einer halben Stunde ist das Musher-Meeting und heute Abend ist die große Eröffnung des Borealis-Festival in Alta, wo wir ebenfalls teilnehmen.
06.03.11
Heute waren es Tagsüber -2 Grad, kaum Wind und ab und zu Sonne. Ein perfekter Tag um die Depot-Säcke zu packen. Alle 10 Säcke sind fertig gepackt und stehen bereit um am Donnerstag abgeliefert zu werden. Danach habe ich noch meinen Schlitten zusammengebaut und meinen neuen Sitz angebracht. Den habe ich mir dieses Jahr gegönnt und ich hoffe er bringt etwas Entlastung für die Beine!
Ich hatte die Hunde einige Stunden am Steak-Out, was sie bei dem schönen Wetter auch sehr genossen haben. Es sind alle fit und munter und haben die lange Reise gut überstanden.
06.03.11
Wir sind in Alta!!
Gestern Abend um 21 Uhr sind wir im Kvenvikmoen Hotel in Alta angekommen. Wir haben die 1600 km in 2 Tagen gefahren und hatten bis auf die letzten 100 km bestes Wetter. Die Temperaturen spielen total verrückt und wir haben Temperaturen von bis zu 5 Grad. Das ist überhaupt nicht gut, da bei diesem Wetter unser Fleisch und Snacks in den Depot-Säcken auftauen!
Unsere letzten Tage im Trainingslager waren mit zwei Trainingseinheiten mit jeweils 40 km und dem packen des Anhängers ausgefüllt. Auch da waren die Temperaturen ins Plus gerutscht und es war sehr windig. Das war auch der Grund dafür, dass wir keinen Internetzugang mehr hatten und ich deshalb nichts mehr schreiben konnte.
Heute packen wir die Depot-Säcke und bauen den Rennschlitten zusammen.
28.02.11
Gestern am Sonntag bin ich zusammen mit Peter auf eine 100 km Tour gestartet. Mit 13 Hunden bin ich Peters 14er Team gefolgt, der Material von einem Freund geladen hatte, dass er in eine Hütte im Rogen Nationalpark bringen wollte. Es war wieder der gleiche Weg wie bei der langen Tour vor einer Woche. Leider schwächelte einer meiner Hunde nach ca. 40 km und ich entschied mich umzudrehen. So trennten sich unsere Wege am anderen Ufer des Femundsees und ich machte mich alleine wieder auf den Heimweg. Man merkt den Hunden das harte Training jetzt an, aber ich denke wir sind gut vorbereitet.

27.02.11
Nach zwei Tagen Pause hab ich gestern mit 10 Hunden eine 40 km Runde gedreht. Es hatte die letzten Tage sehr viel Wind und so waren die Trails gut zugeblasen und tief. Im Moment hat Woody Durchfall und frisst nicht und Bernhard laboriert immer noch an einer gezerrten Schulter. Alle anderen Hunde sind munter und spielen.
Heute um 12 Uhr gehe ich mit 13 Hunden und Pete auf einen 100 km Trip.
25.02.11
Gestern hab ich 9 Stunden Fleisch gesägt und portioniert. Die Snacks werden so klein geschnitten, dass die Hunde sie problemlos fressen können und danach immer 14 Stück in eine Tüte. Das Futterfleisch wird in Würfel geschnitten damit es im Checkpoint schnell im heißem Wasser auftaut und man schnell füttern kann.
Das Wetter hat gewechselt und wir haben jetzt -5 Grad und heftigen Wind. Heute werden noch die vielen Kleinigkeiten gepackt und vorbereitet, die fürs Rennen gebraucht werden. Das erleichtert das packen der Depotsäcke in Alta.
Ich hab heute Morgen eine neue Gelbatterie ins Auto eingebaut und hoffe das wir jetzt auch wieder ohne Starthilfekabel unser Auto zum laufen bewegen.
23.02.11
Heute Morgen hatten wir wieder -28 Grad!! Es kam aber die Sonne raus und so wurde es schnell wärmer, allerdings kam auch Wind. Ich hab am Mittag dann alle Hunde eingespannt und wollte eine easy 45 km Runde drehn. Leider wurde es wieder zum Tiefschnee gepflüge, da der Wind den größten Teil des Trail zugeblasen hatte. Nach ca. 4 Stunden waren wir wieder zu Hause und alle froh ins Warme zu kommen. Bin gerade dabei die Booties-Tüten zu packen, ist echt blöde Arbeit muss aber auch gemacht werden. Morgen werde ich den ganzen Tag Fleisch sägen und die Snack-Tüten packen, immerhin über 80 Stück! Am Abend muss ich dann Sami, unseren Fotografen, vom Bahnhof abholen.

22.02.11
Nach unserer langen Tour hatten die Hunde und wir den Tag frei. Gestern hab ich dann alle 15 Hunde eingespannt und bin zu einem 100 km Trip aufgebrochen. Es schneite leicht aber die Temperaturen waren mit -8 Grad deutlich angenehmer. Ich bin die gleiche Strecke wie am Wochenende gefahren, hab jedoch früher umgedreht. Bei einigen Hunden merkte man, dass ihnen noch die lange Strecke in den Knochen steckte, aber wir spulten die Strecke ohne Probleme in 7 Stunden ab.
Heute macht sich Michael auf den Heimweg, da er wieder arbeiten muss. Er wird dann rechtzeitig nach Alta fliegen um uns zu begleiten und das Fahrzeug zu fahren.
20.02.11
5 Uhr klingelt der Wecker und es ist noch stock dunkel und es hat -30 Grad, oohhh!! Nach allen notwendigen Arbeiten, spannten wir die Hunde ein und fuhren zum verabredeten Treffpunkt. Nach dem Eintreffen der Norwegischen Freunde, gieng es dann auch los. Nach dem Überqueren der ersten Gebirgskette, fuhren wir ca. 10 km auf dem Femundsee hinunter, um ihn dann zu überqueren um so in den Schwedischen Rogen-Nationalpark zu gelangen
Unsere Freunde fuhren mit jeweils 14 Hunden voraus und wir folgten mit zwei Teams(7 Hunde/8 Hunde). Nach ca. 80km haben wir den Hunden eine Mahlzeit gekocht und uns mit Kaffee und Tee aufgewärmt. Nach 2 Stunden Pause gieng es dann im Dunkeln wieder auf der gebrochenen Spur vom Morgen zurück. Nach einer wunderschönen Vollmond Nacht, erreichten wir unsere Zuhause um 0:30 Uhr. Nach dem Durchchecken und Versorgen der Hunde , gönnten wir uns noch ein warmes Mitternachtsvesper und vielen totmüde um 2 Uhr ins Bett. 

18.02.11
Um einen Zugang zu dem vorhandenen Trailsystem zu bekommen, haben wir Heute 20 km Trail aufgebrochen. Um es zu verdeutlichen, die durchschnittliche Schneetiefe betrug 70 cm und es gab keinerlei Spuren! Zum Teil war es so tief, dass einer von uns mit den Schneeschuhen voraus gehen musste und der andere im Wechsel die beiden Teams hinterherfuhr. Die Hunde absolvierten die Aufgabe viel Elan und ohne Probleme. Morgen werden wir mit zwei lokalen Norwegischen Top-Fahrer eine "Kaffeefahrt" ( so ungefähr 200km) unternehmen. Wir haben Vollmond, wolkenfreien Himmel und angenehme 25 Grad.

17.02.11
Nachdem das Training mit einmal 8 und einmal 7 Hunden, recht zufriedenstellend begonnen hatte, machten sich auch kleine Fehler im Trainingsablauf bemerkbar. Da dieses Jahr 4 langjährige Leithunde ersetzt werden mussten(wegen Rentenantrag), ist das Training im Augenblick nicht so sehr auf das Kilometer bolzen ausgerichtet, sondern auf das Üben und Ausbilden nachrückenden Leithunde. Auf entspannten Tagestouren haben dann alle Hunde unter schwierigen Wetterbedingungen ihre individuellen Fähigkeiten bewießen. Die 6 jungen Hunde haben sehr schnell von den Veteranen gelernt.
Michael
17.02.11
Bin Gestern Abend um 21:30 in Roros angekommen. Nach Flug von Frankfurt nach Oslo, noch 4 1/2 Stunden mit dem Zug bis Roros, wo mich Michael dann abgeholt hat. Heute hab ich mich erst mal eingerichtet und die Hunde hatten Ruhetag. Wir hatten Heute -8 Grad und es hat den ganzen Tag geschneit, das bedeutet für Morgen wieder Trailbrechen !!!
11.02.11
Das Femund ist vorbei und Michael hat mit dem Training begonnen. Das Wetter ist sehr wechselhaft und es schneit laufend. Es ist viel Trailbrechen angesagt, was das Team aber gut macht. Das bedeutet viele Stunden auf dem nichtvorhandenen Trail um die gewünschten Kilometer zurückzulegen. Alle Hunde sind gesund und munter! Heute ist Pausentag und Michael muss seinen Schlitten reparieren, der bei einer der vielen Tiefschneefahrten mit einem Baum Berührung hatte. Nur noch 5 Tage und dann geht es auch für mich ab in den Norden.
03.02.11
Michael hat am 31.01. Auto und Hänger mit dem gesamten Material und Futter, sowie meine zwei Hunde abgeholt. Wie immer musste noch in letzter Minute die Steckdose für den Hänger gewechselt werden, da die Beleuchtung nicht funktionierte. Am 01.02. startete Michael mit allen Hunden im Hänger nach Norwegen. Er erreichte heute Morgen unsere Trainingsunterkunft und hat sich eingerichtet. Die nächsten 2 - 3 Tage wir er Jan Golz beim Femundslopet begleiten und danach mit dem Training beginnen.
02.02.11
Die Grande Odyssee ist schon wieder zwei Wochen vorbei. Meine Rippe ist so gut wie verheilt und ich möchte noch ein paar Sätze zu der Veranstaltung sagen. Es war wirklich sehr schwierig für die Veranstalter dieses Jahr. Die Schneeverhältnisse waren unterhalb von 2000 m sehr schlecht und es gab viel Eis. Das machte einige Teile des Trails sehr schwierig und gefährlich. Es zeigten sich auch einige Organisations Probleme bei der Veranstaltung die zu großem Unmut unter den Mushern führte. Nach langen Disskusionen fand man aber einen Weg um das Rennen zu Ende zu führen, leider ohne die drei Team, die Abgereist waren.
Für uns war das Rennen als Vorbereitung und Training gedacht. Es lief trotz der schwierigen Bedingungen recht gut und als die Leistungskurve der Hunde anstieg, musste ich leider aussteigen! Ein blödes Missgeschick, aber mit der gebrochenen Rippe war nicht daran zu denken weiterzufahren. Michael durfte dann die letzten verbleibenden drei Etappen fahren und so konnten wir die Hunde wenigstens durchlaufen lassen. Durch den Fahrerwechsel wurden wir natürlich aus der Wertung genommen. Ich freue mich auf Norwegen
16.01.11
Wie angekündigt sind wir seit dem 8. 01. auf der Grande Odyssee. Die ersten 6 Etappen waren geprägt von sehr wenig Schnee, wechselnden Wetterbedingungen und sehr schwierigen Trails. Wir haben alle gut überlebt und die Hunde kommen immer besser mit den Anforderungen zurecht. Leider bin ich vor zwei Tagen auf einer Eisplatte im Stakeout ausgerutscht und sehr unglücklich gestürzt. Ich konnte die Etappe noch sehr gut beenden aber auf der Fahrt nach Lanslebourg hab ich gemerkt, dass ich mir wohl eine Rippe angeknackst habe! Beim vorbereiten für das Base Polair hatte ich schon starke schmerzen und konnte mich nicht richtig bewegen. Die Tierärzte haben mich dann getapet und ich bin an den Start der 8. Etappe gegangen. Es war das erste mal sehr kalt und die Trails waren sehr hart und eißig. Schon nach den ersten Kilometern merkte ich, dass ich große Probleme habe und weder laufen noch mithelfen konnte.
SAISONRÜCKBLICK 2010
Trophée Haute Maurienne
Das erste Rennen war die Trophée Haute Mairienne in Frankreich. Es ist ein Etappenrennen über drei Tage mit insgesamt 230 km.
Nach 800 km Anreise, erreichten wir Lanslebourg Mount-Cenis. In diesem ort waren wir für die nächsten 3 Tage untergebracht und alle Etappen fanden in der näheren Umgebung statt. Am Ankunftstag war dann noch der Veterinär-Check der Hunde und die offizielle Eröffnungsfeier mit Vorstellung aller Teilnehmer und der Startnummern Verlosung.
Am 16. Januar um 16:30 war Start zur ersten Etappe. Der Start in den Straßen von Lanslebourg ist ein echtes Highlight. Tausende Menschen säumen die Straßen der Innenstadt und man darf zweimal durch diesen Hexenkessel fahren. Der Weg zum Startbogen war schon die erste Herausforderung für mich. Die 8 Hunde die ich ausgewählt hatte, waren sehr motiviert und ihre Kräfte waren kaum zu bändigen. Deshalb hatten wir im Vorstartbereich schon ein zerfetztes Geschirr und zwei kaputte Neklines. In letzter Sekunde konnten wir alles austauschen und kamen in letzter Minute zum Start. Danach lief aber alle bestens. Die 30 km der Schleife und die 2. Durchfahrt in Lanslebourg, flogen nur so dahin. Dann folgte der lange, steile Anstieg bis auf 2500 m ins Base Polaire, wo wir die Nacht in einem Biwak in Zelten verbrachten. Die Hunde hatten Probleme mit der Höhe und ich hatte Beinkrämpfe. Das kostete uns sehr viel Zeit aber wir kämpften uns nach oben und rollten uns alle zum Schlafen ein.
Um 10 Uhr am nächsten Morgen, war Start zur 86 km Runde im Petit Mont Cenis Gebiet. Für mich eine der Schönsten Strecken die ich kenne, aber das Wetter hatte Schneesturm für uns und das machte die Strecke nicht einfacher. Meine Hunde hatten sich recht gut erholt, blieben aber weit hinter ihrem Leistungsvermögen, da sie immer noch Probleme mit der Höhe hatten. Es war aber trotzdem ein ordentlicher Lauf und nach etwas mehr als sechs Stunden erreichten wir wieder das Base Polaire. Dort mussten wir ca. 2 Stunden warten bis die Skipiste geschlossen war, die wir für die Abfahrt ins Tal nach Lanslebourg nutzten. Dort angekommen, wurden die Hunde versorgt und durften eine lange Nacht in Ihren Boxen im warmen Stroh verbringen. Für mich gab es eine warme Dusche und ein weiches Bett und ein gutes Abendessen.
Die ersten beiden Etappen liefen nicht so gut, aber wir hatten ja erst die Hälfte und bei den nächsten Etappen konnte man neue Hunde aus dem 12er Pool zum Einsatz bringen. Am Montag waren zwei Etappen geplant. Eine Vormittags mit 42 km und am Nachmittag eine mit 62 km. Der Star an diesem Morgen gestaltete sich etwas schwierig, da man das gesamte Equipment und alle Hunde einen weiten Weg zum Starplatz bringen musste, weil der Parkplatz schneefrei war! Ich startete pünktlich um 9 Uhr mit 8 Hunden, wovon 4 frische zum Einsatz kamen. Die Hunde hatten sich akklimatisiert und die Leistung war deutlich besser. Wir beendeten die Etappe mit der drittschnellsten Zeit und konnten uns ein ganzes Stück nach Vorne arbeiten.
Nach 2 Stunden Pause für die Hunde und einem sehr gutem Mittagessen für uns, setzten wir mit den Fahrzeugen nach Bessans um. Dort fand die letzte Etappe und das zweite Highlight dieser Veranstaltung, der Massenstart, statt. Es ist immer ein kleiner Nervenkitzel, wenn alle Teams gleichzeitig starten, aber ein tolles Schauspiel für die vielen Zuschauer. Wir kamen ohne größeren Probleme aus dem Startbereich und es zeigte sich sofort, dass ich die richtigen Hunde zum Einsatz gebracht hatte. Nach kurzer Zeit führten wir das Feld an und erst im letzten Drittel der Strecke wurden wir vom führenden Team überholt. Die Hunde liefen super und so konnten wir auch die letzte Etappe als zweitschnellstes Team beenden. Das Rennen war als Training geplant und ich war sehr zufrieden mit dem 5. Gesamtrang und der Leistung der Hunde.
Sedivackuv Long
Als zweites Vorbereitungsrennen war das Sedivackuv Long geplant. Wir wollten mit zwei Teams mit je 8 Hunden auf die 220 km Strecke gehen. Leider musste Michael kurz vor Beginn seine Teilnahme absagen und so hatte ich 15 Hunde zur Verfügung. Leider kann man in Tschechien kein so großes Team fahren und so kamen 3 Hunde von uns in einem befreundeten Team zum Einsatz, damit alle Hunde trainiert wurden.
Die Bedingungen waren dieses Jahr perfekt und so stand einem tollen Rennen nichts mehr im Weg. Die Hunde hatten eine Woche Pause vor dem Start. Dementsprechend motiviert waren sie beim Einspannen und es endete mit einer Platzwunde unterm Auge für mich. Es sah schlimmer aus als es war und ich konnte in letzter Minute starten. Die ersten zehn Minuten waren ein Höllenritt, da die Hunde nicht zu bremsen waren obwohl der Schlitten richtig schwer war. Nach kurzer Zeit beruhigte sich das Team aber es wollte kein richtiger Rhythmus einkehren. Die Hunde arbeiteten gut aber es lief nicht rund und wir beendeten die ersten 65 km als 7.
Am nächsten Tag war erst um 14 Uhr der Start zur nächsten Etappe. Es hatten sich alle Hunde gut erholt und wir starteten mit allen 12 auf die 65 km Nachtetappe. Es lief deutlich besser und das Team hatte sich gefunden. Wir konnten mit einem Schnitt von 12 Stundenkilometern die 4. Beste Zeit an diesem Tag fahren. Auf Grund der Schneefälle, war die Strecke schwer und wir waren alle froh uns für eine Mütze Schlaf einzurollen.
Es schneite die ganze Nacht und es stürmte recht kräftig. Die Strecke bis ins Biwak sollten wieder 65 km sein, jedoch hatten Teile der Strecke so viel Schnee bekommen, dass keiner der Trailbreaker mit ihren Snowmobilen nicht mehr durch kamen. Es wurde eine alternative Strecke gefunden, die aber nur 40 km lang war. Nach dem Füttern am Morgen war klar, dass ich an diesem Tag nur mit 10 Hunden starten würde. Zwei Hunde waren nicht ganz fit und ich wollte sie nicht mit ins Biwak nehmen. Der Start verlief gut und die Strecke war trotz des vielen Schnee besser zu fahren als gedacht. Nach 3:47 kamen wir im Biwak an und richteten uns ein. Nachdem die Hunde versorgt waren, konnten wir in einer Skihütte etwas essen und trinken. Ich verkroch mich zeitig in meinen Sturmsack um für den letzten Tag fit zu sein. Ab 7 Uhr war der Start frei gegeben und ich wollte eigentlich als erster auf die Strecke gehen. In der Nacht fegte ein ordentlicher Schneesturm über uns hinweg und so wurde der Start auf 8 Uhr verlegt. Das Team und ich hatten die Nacht gut überstanden und wir starteten als 3. Team auf die letzte Etappe. Die Hunde arbeiteten sehr gut und wir konnten die vor uns gestarteten Teams schnell überholen und waren jetzt als erstes Team unterwegs. Erst nach der Hälfte der Strecke holten uns die führenden Teams ein und wir konnten mit einem guten Lauf unseren 7. Platz im Gesamtklassement verteidigen. Wichtig war zu diesem Zeitpunkt, dass alle Hunde gelaufen waren und trotz schwieriger Bedingungen sich immer schnell erholt hatten und immer besser wurden, je länger die gefahrene Strecke wurde.
Trainingslager
Vor unserer Fahrt ins Trainingslager, hatten wir eine sehr erfolgreichen Veranstaltung für den Fremdenverkehrsverein Winterberg. Wir führten Gästefahrten für Besucher des Schlittenhunderennens in Winterberg durch. Das brachte uns zwei Auftritte im WDR und einen Dreh für einen Bericht von RTL-Hessen über unsere Teilnahme am Finnmarkslopet.
Am 19. Februar war es dann so weit und wir traten die lange Reise in unser Trainingslager bei Roros an. Nach einer sehr anstrengenden Fahrt mit viel schlechtem Wetter und Schnee, kam ich nach 34 Stunden am Ziel an. Nach dem Versorgen der Hunde viel ich erst mal hundemüde ins Bett. In dieser Nacht viel das Thermometer auf – 35 Grad und es machte uns die Umstellung nicht wirklich leicht.
Das erste Training war wild und chaotisch, aber es war ein Anfang. Es verbesserte sich aber von Tag zu Tag und das Wetter und die Natur gaben uns alle Möglichkeiten uns vorzubereiten. Wir hatten alle Facetten zur Auswahl, von sehr Kalt bis Traumwetter und von Tiefschnee und Sturm bis perfekter Trail und Sonne. Neben dem Training gab es aber auch noch genug andere Sachen zu erledigen. Ich musste meinen Begleiter für das Finnmarkslopet in Oslo vom Flughafen abholen, da er aus beruflichen Gründen erst etwas später nachkommen konnte. Dann stand noch ein Tierarztbesuch auf dem Programm, um die Papiere der Hunde, mit der Pflichtentwurmung in Norwegen, auf den neusten Stand zu bringen.
In den folgenden Tagen hatten wir perfekte Bedingungen und das Team entwickelte sich hervorragend. In der verbleibenden Zeit wurden mit verpacken und schneiden von Snacks für die Hunde verbracht. Am Ende waren es fast 300 kg Futter und 100 kg Equipment was Portionsweise verpackt wurde.
Am 06.03.2010 hatte ich mich noch kurzerhand für das Drevsjolopet angemeldet, dass nur 50 km von unserem Trainingsquartier ausgetragen wurde. Ich hatte für die 100 km Strecke gemeldet und es war als letzter Test vor dem Finnmark gedacht. In der Nacht vor dem Rennen waren es wieder -30 Grad. Als wir Samstagmorgen losfahren wollten lief unser Dogtruck nicht richtig und wir mussten mit 60 Stundenkilometer die Anreise nach Femundtunet mühsam bewältigen. Es waren 20 Teams für die unlimitierten Strecke gemeldet und es war recht eng im Startbereich auf dem Campingplatz von Femundtunet. Wir fanden einen guten Platz und bereiteten alles für den Start vor. Start und Ziel waren auf dem Femundsee aufgebaut und vom Startbereich musste man ca. 2 km um die Halbinsel fahren um in den Startbereich zu kommen. Für Norwegische Distance-Musher ist so etwas kein Problem und auch wir fanden problemlos unseren Weg über den See bis zum Start.
Wir hatten -15 Grad und blauen Himmel mit Sonnenschein zum Start. Beste Bedingungen um die 100 km durch die Berge rund um Drevsjo zu genießen. Ich hatte die 14 Hunde eingespannt die ich zum Finnmarkslopet mitnehmen wollte. Die ersten 30 km liefen die Hunde wie der Teufel und ich musste sie permanent mit der Matte bremsen. Beim Anstieg in die Berge begann der jüngste Hund zu humpeln. Er hatte während des Trainings schon mal Probleme und das war wohl noch nicht ausgeheilt. Bei Kilometer 50 war der einzige Checkpoint und dort konnte man auch den verletzten Hund abgeben. Danach liefen die verbleibenden 13 Hunde deutlich besser und brachten mich nach 7 Stunden und 27 Minuten ins Ziel. Ich war super zufrieden mit dem Test und hatte mein Team fürs Finnmarkslopet gefunden.
Am Abend machten wir uns dann mit 60 Stundenkilometer wieder auf den Heimweg. Am Sonntag wurde gepackt und versucht das Auto wieder flott zu machen, aber leider war vor der Abfahrt nach Alta erst mal ein Werkstatt Besuch angesagt.
FINNMARKSLOPET
Am Montag den 08.03.2010 machten wir uns mit unserem angeschlagenen Auto auf die 2500 km lange Fahrt nach Alta. Der Plan war einen neuen Dieselfilter in Roros einzubauen und uns dann auf den Weg zu machen. Leider war uns um 9 Uhr klar, dass es nicht am Dieselfilter lag! Um 12 Uhr hatten wir dann einen Termin zum Auslesen des Bordcomputers, was ein Problem mit dem Turbolader zu Tage brachte. Dies konnte aber nicht in Roros repariert werden. In Windeseile nahmen wir Kontakt mit Mercedes in Trondheim auf, die uns zusagten, noch am selben Tag das Fahrzeug zu reparieren. „Kommt so schnell wie möglich, wir warten auf euch“ waren die Worte des Werkstattleiters. Also mit 60 Stundenkilometer die Küste hoch bis Trondheim, 200 unendliche Kilometer immer mit der Angst das Auto könnte stehen bleiben. Etwa eine halbe Stunde vor Feierabend erreichten wir die Werkstatt und ruck zuck war unser Auto zerlegt und an den Computer angeschlossen. Wir genehmigten uns einen Kaffee in der Wartezone und schon nach 30 Minuten kam der Werkstattleiter und meinte: „ich habe eine Gute und eine schlechte Nachricht, die Gute es ist nur ein gebrochenes Kabel, die Schlechte du musst das Finnmarkslopet fahren“ und lachte. Eine Stunde später waren wir auf der Autobahn in Richtung Alta unterwegs, jedoch 18 Stunden zu spät und mit 500 km Umweg. Wir fuhren die ersten 16 Stunden durch und wechselten uns ab beim fahren. Gestoppt wurde nur zum Tanken und alle 6 Stunden zum Hunde raus lassen. Wir hatten sehr gutes Wetter und die Straßen waren für nordische Verhältnisse perfekt. Um 3 Uhr morgens waren wir aber dann beide platt und wir legten eine 4 Stündige Schlafpause ein. Rainer legte sich im Schlafsack auf unser Equipment auf die Rückbank und ich machte es mir auf den Fahrersitzen bequem!
Beim ersten Tageslicht versorgten wir die Hunde und machten uns auf den Rest der Reise. Nach unzähligen tank, Hunde und Kaffee Stopps, erreichten wir um 9 Uhr abends unsere Unterkunft für die Zeit vor dem Rennen. Suolovuopmi Fjellstua ist eine Sami Rast- und Poststation 50 Km vor Alta, mit einfachen Zimmern aber ausgezeichnetem Essen. Wir fütterten die Hunde und verstauten unser Gepäck im Zimmer und dann gab es ein ausgiebiges Norwegisches Abendessen. Wir rollten uns anschließend satt und zufrieden in unsere Schlafsäcke und holten den versäumten Schlaf nach. Die Tage vor dem Start waren vollgepackt mit Terminen und Vorbereitungsarbeiten. Als erste war die Anmeldung in Alta dran mit sämtlichem Papierkram, dann wurden die Depot-Säcke gepackt und abgeliefert und zum Schluss noch Rookie-Meeting und Vet-Check. Für die Nacht vor dem Start hatte ich ein Zimmer im Rica Hotel in Alta gebucht, damit wir es am Start Tag einfacher hatten und die Eröffnungsfeier am Abend vorher genießen konnten.
Die Nacht war kurz und der Adrenalin Level hoch am Starttag, Samstag der 13. März. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel machten wir uns auf den Weg zu unserer vorgegebenen Startposition. Die großen Teams waren nach Startnummern auf dem Parkplatz der Uni von Alta aufgereiht. Zu einer vorgegebenen Zeit wurde man dann von einem Quad und etlichen Helfern zum etwa 1 Km entfernten Startbogen auf dem Rathausplatz gebracht. Die verbleibende Zeit nutzte ich um den Rennschlitten zu packen und wieder auf dem Dach zu verstauen, da er erst beim Restart nach 20 Km zu Einsatz kam. Jeder Teilnehmer des 1000 Km Rennens musste auf den ersten 40 Km einen Passagier des Veranstalters befördern. Einer der Passagiere war Prinz Horkon von Norwegen, der auch die 30. Auflage des Finnmarkslopet eröffnete.
Wir kamen ohne Probleme zum Start, Passagier in den Schlitten und ab ging der Ritt durch die Straßen von Alta. Ich war froh als wir den Fluss erreicht hatten, auf dem wir dann die 15 Km bis zum Restart zurücklegten. Das Wetter war traumhaft, blauer Himmel und Sonne, und tausende Zuschauer säumten die Strecke. Die Anspannung wich und ich genoss die Atmosphäre.
Am Restart Gelände war es hektisch und laut, da alle Hunde nicht verstanden, warum sie nach 20 Km schon wieder Pause hatten. Ich hatte eine Stunde um den Schlitten umzuhängen und die letzten 4 Hunde ins Team einzufügen. 3-2-1 und ab ging es auf die letzten 30 Km bis zum ersten Checkpoint Jotka. Der Trail war ein ständiger Wechsel von steilen bergauf Passagen und längeren Querungen von Seen. Am Ende erreichten wir eine Hochebene auf der auch die Jotka Fiellstua lag. In meinem Plan waren 2 Stunden Pause und die verbrachte ich mit füttern und mit einer heißen Suppe in der warmen Hütte. Die Zeit war schnell rum und ich machte mich auf, in eine lange Nacht zum nächsten Checkpoint Skoganvare.
Die 58 Km bis Skoganvare wurden fast komplett auf dem riesigen Alta Fiell zurückgelegt. Wir hatten in dieser Nacht perfektes Wetter und die Hunde waren richtig gut unterwegs. Nach einer rasanten Abfahrt vom Fiell hinunter nach Skonganvare, erreichten wir den Checkpoint kurz vor Mitternacht. Wir hatten 4:30 für die Strecke gebraucht und ich wollte auch genau so lange Pause machen. Die Hunde wurden versorgt und gefüttert und rollten sich auch gleich ein um zu schlafen. Ich nutzte die Zeit um selbst etwas zu essen und rollte mich auch für eine Stunde auf dem Boden der Händlerhütte ein. Nach einem erneuten Füttern, machte ich mich um 4:30 Uhr auf die nächsten 78 Km bis nach Levajok. Die ersten 2 Stunden ging es nur steil bergauf, bis wir wieder auf der Hochebene waren. Von da an war es ein Leichtes auf und ab und zum Ende war eine wunderschöne Abfahrt durch ein Tal, bis wir den Tana Fluss erreichten. Für die letzten Kilometer folgten wir dem Fluss bis zu Checkpoint. Es war kurz nach 11 Uhr als ich den Kocher für das Hundefutter anfeuerte. Wir waren voll im Plan; die Hunde konnten in der Sonne des Tages ruhen. Nach unseren 8 Stunden Pause, würden wir in der Dämmerung wieder weiter fahren. Ich gönnte mir eine warme Mahlzeit und 3 Stunden Schlaf in einer der Blockhütten, die für uns zur Verfügung standen.
Das Team und ich hatten unseren Rhythmus gefunden und es lief alles perfekt. Ich fütterte ein zweites Mal und bereitete alles für die Abreise vor. Gut erholt verließen wir um 18:17 Levajok und machten uns auf die erste richtig lange Etappe nach Tana Bru. Diese 110 Km zum nächsten Checkpoint war die schönste Etappe des ganzen Rennens. Es war wunderschöne Landschaft, sehr abwechslungsreiche Streckenführung und keine so steilen Anstiege mehr. Bei Ankunft in Tana war es kurz nach 3 Uhr am Morgen. Die Hunde waren müde aber alle gesund und hungrig. Der Checkpoint war gut voll, da viele Musher ihre 16 Stunden in Tana nahmen. Auf meinem Plan standen 10 Stunden und die nahm ich auch. In diesem Checkpoint gab es ein Hotel mit Restaurant, einen Trockenraum, einen Schlafraum und auch Duschen. Nach 3 Stunden Schlaf und einer Dusche fühlte ich mich wie neu. Nachdem ich die Hunde nochmals gefüttert und massiert hatte, war Zeit für ein ausgiebiges Frühstück mit meinem Doghandler Rainer. In der verbleibenden Zeit wurde noch die Homepage aktualisiert und natürlich ganz genau alle Ergebnisse und Zeiten studiert. Nach etwa einem Drittel der Distanz zeigte sich, dass mein Plan aufging und wir auf einem guten Weg waren.
Um 13:28 verließen wir Tana in Richtung Neiden. Einen großen Teil der 94 Km konnte ich bei Tageslicht fahren, aber sobald es dunkel wurde sanken auch die Temperaturen deutlich. Beim Eintreffen in Neiden um 21 Uhr, hatte es schon – 20 Grad. Ich packte die Hunde gut in Stroh ein und freute mich auf das warme Essen in der gut geheizten Hütte im Checkpoint. Beim zweiten Füttern um Mitternacht hatte es deutlich unter – 30 Grad und ich war froh, dass ein geheiztes Tipi zum Schlafen zur Verfügung stand. Es war nicht sehr bequem, aber für 3 Stunden im Schlafsack hatte es gereicht. Nach zwei Tassen Kaffee und einem Frühstück sah die Welt schon wieder besser aus, aber es war immer noch bitter kalt.
Die Hunde hatten die Nacht gut überstanden und waren froh als es um 6:40 auf die längste Etappe mit 125 Km ging. Die Hunde brauchten eine gute Stunde bis sie warm waren und ihren normalen Schritt wieder aufnahmen. Es war ein langer Weg bis zum Wendepunkt Kirkenes, der uns auch ein ganzes Stück am Russischen Grenzzaun entlang führte. Auf den letzten 20 Km hatte ich dann das erste Problem mit einem Hund. Clint, der Jüngste war einfach müde und ich musste ihn Laden. Leider sprang er mir ausgerechnet in der steilsten und schwierigsten Abfahrt des Tages aus dem Schlittensack. Ich musste das Team bergab ankern und umpacken um Clint wieder sicher zu verstauen. Ich schaffte den letzten Rest ohne Zwischenfälle und erreichte Kirkenes mit allen 14 Hunden im Team um 18:42 Uhr. Der Checkpoint lag direkt hinter dem Rica Hotel und war somit ein perfekter Platz für unsere 16 Stunden Pflichtpause. Die Tierärzte bestätigten mir einen ausgezeichneten Zustand der Hunde und ich war einer der Wenigen, der mit allen Hunden am Wendepunkt angekommen war. Nach dem Versorgen der Hunde, leistete ich mir ein ordentliches Abendessen und eine Dusche auf unserem Zimmer im Hotel. Die 5 Stunden Schlaf im Bett waren sehr erholsam und ich fühlte mich richtig fit als ich um 3 Uhr wieder zu den Hunden raus ging um sie ein weiteres Mal zu füttern. Es ist einfach wichtig, bei den längeren Pausen so viel Futter wie möglich den Hunden zuzuführen. Die Hunde erholten sich alle sehr gut und so blieb für mich nur der Gang zum Frühstücksbuffet, um mich für den Rückweg nach Alta zu stärken.
Als ich zum dritten Mal zum Füttern raus ging, teilten mir die Tierärzte mit, dass sich drei meiner Hunde geprügelt hatten. Außer ein paar Kratzer war nichts passiert, aber es zeigte mir, sie waren wieder fit und „ready to go“. Bis zu unserer vorgegebenen Abfahrtszeit um 11 Uhr, wechselte ich noch die Beläge der Kufen und packte alles neu in den Schlitten. Nach einer ausgiebigen Massage und Check der Hunde machten wir uns auf die Rückreise. Von Kirkenes nach Neiden waren es 74 Km. Auf der relativ kurzen Etappe kündigten sich die ersten Ausfälle an. Clint schwächelte erneut und Fish, einer der 10 Jährigen, war auch am Ende seiner Kräfte. Wir erreichten Neiden um 18 Uhr und es war wieder sehr Kalt im Checkpoint. Die Hunde wurden wieder warm eingepackt und ich wollte allen erst die Pause gönnen, bevor ich die Entscheidung des Herausnehmens traf. Nach dem Füttern am Morgen war klar das die Reise für Clint und Fish in Neiden zu Ende war. Ich übergab sie schweren Herzens an Rainer und ich bereitete alles für unsere Abfahrt vor. Punkt 1 Uhr startete ich auf das nächste Teilstück nach Verangerbotn.
Die ersten 30 Km von den 82 km Gesamtstrecke fuhr ich alleine, dann waren wir für ca. 30 Km zu Dritt, bis einer der Musher Probleme mit seinen Leithunden bekam und den Anschluss verlor. Isabell überholte mich dann irgendwann und so fuhr ich die letzten Kilometer alleine über das zugefrorene Meer bis in den Chekpoint. Beim Auffahren auf den zugefrorenen Fjord, war ein Schild aufgestellt, dass man sich vor den herumliegenden Seehunden in acht nehmen soll! Ich hielt das für einen Scherz, aber in Verangerbotn erfuhr ich, dass es tatsächlich so ist. Wir erreichten unseren Rastplatz kurz vor 9 Uhr ohne einen Seehund gesichtet zu haben. Die übliche Routine: Hunde versorgen, Essen, Schlafen, Füttern, Essen und dann fertig machen. Die Hunde machten alle einen sehr guten Eindruck und so ganz langsam war ich mir sicher, dass ich das Ziel in Alta erreichen würde. Mit 12 Hunden machte ich mich auf die 74 Km nach Sirbma. In dieser Nacht hatte ich irgendwie Probleme mit meinen Belägen. Sie wollten nicht gleiten auf dem Schnee und ich musste die ganze Zeit pedalen und schieben, damit wir überhaupt voran kamen. Die Etappe wollte nicht enden und ich war echt froh, als die Lichter des Checkpoints auftauchten. Es war ein Aussiedlerhof, deren Besitzer ihren Grund und Haus als Checkpoint zur Verfügung stellten. Die Hunde waren sehr müde und wir konnten die 7 Stunden Pause gut gebrauchen. Die Tierärzte empfahlen mir die beiden „Hungerhaken“ Moses und Schwendrik aus dem Team zu nehmen, da sie einfach zu dünn geworden waren, obwohl sie immer gefressen hatten. Wir legten uns alle erst mal aufs Ohr und ich wollte die Entscheidung vor der Abfahrt treffen. Nach 2 Stunden Schlaf, einem guten Frühstück und einigen Tassen Kaffee, war es Zeit sich auf den Weg zu machen. Ich folgte dem Rat der Tierärzte und nahm die zwei Hunde aus dem Team. Mit 10 Hunden machte ich mich auf nach Levajok. Es waren nur 55 Km und davon 40 Km auf dem Tana Fluss. Den größten Teil der Strecke fuhr ich zusammen mit Isabell und wir wechselten uns in der Führungsarbeit ab, so war es für die Hunde nicht ganz so Langweilig.
Wir waren wieder um die Mittagszeit in Levajok und konnten während der Sonnenstunden unsere 5 Stunden Pause verbringen. In der Dämmerung verließen wir den Checkpoint und konnten so die 85 Km auf dem Tana Fluss, in der Nacht fahren. Es war eine flache und langweilige Strecke und nur die Attacken der Hüte- und Wachhunde der Samis, machten die Reise aufregend. Als wir kurz nach Mitternacht mitten in Karasjok im Checkpoint ankamen, war kein Mensch da um uns in Empfang zu nehmen. So parkte ich das Team selbstständig und war schon am Futter machen, als die Tierärzte zum Check kamen. Lilly hatte Probleme mit der Schulter und Sie empfohlen mir sie aus dem Team zu nehmen. Ich vertagte die Entscheidung auf den Morgen, da ich versuchen wollte Lilly mit Massage und Wärme wieder hin zu bekommen. Nach 3 Stunden Schlaf in einer schmuddeligen Sami Begegnungsstätte und einem improvisierten Frühstück, kümmerte ich mich wieder um die Hunde. Leider war Lilly nicht ganz fit am nächsten Morgen . Die letzten 133 Km bis Alta waren noch einmal richtig schwierig und deshalb wollte ich kein Risiko eingehen und nahm sie raus.
Mit 9 Hunden und nur dem Nötigsten im Schlitten machte ich mich um kurz nach 9 Uhr in Richtung Alta auf. Zuerst wieder quer durch Karsjoks Innenstadt und wieder auf den Fluss. Nach wenigen Kilometern verließen wir den Fluss und es ging für Stunden bergauf ins Fjell. Die Hunde liefen sehr langsam und unmotiviert und alles tauschen der Leithunde brachte keine Besserung. Wir kamen nur sehr schlecht voran und den Plan bis Alta durchzufahren gab ich auf. Ich beschloss in dem Checkpoint Jotka nochmal eine Pause zu machen. Es dauerte aber noch Stunden, bis wir die nicht enden wollenden Seen und Hochebenen durchquert hatten. Auf halber Strecke fing es dann auch noch zu schneien und blasen an und ich war sehr froh als ich die Blockhütte vom Checkpoint Jotka sah. Die Hunde waren sehr müde und ich kochte ihnen aus den letzten Futterresten eine warme Suppe und wollte ihnen 5 Stunden Rast geben. Da der Checkpoint nur noch als Durchfahrtskontrolle gedacht war, gab es kein Stroh mehr. Das störte die Hunde aber nicht, sie rollten sich ein und schliefen sofort. Ich trocknete meine Kleidung in der Hütte und machte mir aus meiner Notnahrung ein Abendessen. Einige Snowmobilfahrer die auch in der Hütte saßen schenkten mir ein Bier zu meinem opulenten Mahl! Danach rollte ich mich auf die Couch und fand noch 2 Stunden Schlaf. Auf dem Weg zu den Hunden hatte ich Bedenken, ob sie wohl aufstehen würden. Ich gab ihnen den letzten Snack, zog ihnen die Jacken aus und zu meinem Erstaunen war es überhaupt kein Problem den Checkpoint zu verlassen. Es schneite jetzt sehr stark und man konnte wenig sehen. Die Hunde liefen wie Ausgewechselt, wahrscheinlich erkannten sie die bekannte Strecke und wussten, dass es nur noch 50 Km bis ins Ziel war. Trotz Wind und Schnee flogen wir über den Trail und kreuzten die Ziellinie in Alta um 4:16 am 21.03.2010. Am Ziel wartete mein Händler Rainer, Zwei Offizielle und eine Hochzeitsgesellschaft, die zufällig vorbei kamen.
Mit 7 Tagen und 15 Stunden und 19 Minuten wurden wir 28. Von 42 Gestarteten und gewannen auch noch den Sonderpreis „Rookie of the year“.
Ich war sehr stolz auf meine tollen Hunde, die wirklich Außergewöhnliches geleistet haben.
Saisonbericht 2008/2009
Iron-Dog Racing-Team
Das Team bestand aus den Fahrern Wolfram Schumacher und Michael Kirchner und unseren 17 Alaskan Huskys.
Es wurden drei Internationale Rennen gefahren und alle erfolgreich beendet.
Sedivackuv Long 333km
Tschechien
3. PLATZ
Deutsche Meisterschaft Middle Distance
Oberwiesental
3. Platz
Amundsen Race 450km
Norwegen
29. Platz
SEDIVACKUV LONG 333km 2009
Beim Sedivackuv Long kamen alle Hunde zu Einsatz und wurden auf zwei Teams verteilt. Das Rennen in Tschechien war als Vorbereitung für unseren Saisonhöhepunkt in Norwegen geplant. Michael hatte die besten 10 Hunde im 1. Team und ich die schwächeren 7 Hunde im 2. Team. Die Schneeverhältnisse waren gut aber die Temperaturen waren viel zu warm und sorgten für Tauwetter und sehr schwierige Bedingungen. Der Start war Abends auf dem Marktplatz von Destne geplant. Der Weg von StakeOut zum Start führte über Straßen, Wiesen und einer steilen Abfahrt über eine Skipiste. Nach einer Straßenquerung war man dann nach einem Kilometer Anfahrt am Start. Die ersten Meter hatten es in sich, da man sich sehr winkelig und eng, quer durch den Ort, zum Ortsausgang durchschlagen mußte. Den Rest der 45 km waren anspruchsvolle Strecken durch die Höhenzüge rund um den Ort. Der tiefe, feuchte Schnee machte schon die erste Etappe zu einer Kraftprobe und die Hunde waren im Ziel alle sehr müde.
Am nächsten Morgen war es wieder nass, nebelig und viel zu warm. Die Hunde von Michael hatten sich gut erholt, bei meinem Team hatte die Etappe Spuren hinterlassen. Der Start zur 90 km Etappe verlief problemlos. Eigentlich sollten wir über die Grenze nach Polen fahren um dort zu biwakieren, doch das Tauwetter hatte den Biwakplatz in einen See verwandelt und so fuhren wir eine große Schleife und sollten Abends wieder an unseren Fahrzeugen sein. Die Trails in Tschechien waren gut aber die Schleife in Polen ware sehr schlecht. Zum Teil fuhren wir über fast grüne Wiesen und auf Schotterwegen! Es war wieder sehr anstrengend für die Hunde und einige meiner Hunde hatten Probleme. Bei Michael lief alles rund, und er kam als Dritter ins Ziel. Ich entschied mich nach 70 km ins Ziel zu fahren, da wir alle Hunde vorbereiten wollten und mein Team einfach noch nicht so weit war. Damit war ich aus der offiziellen Wertung, konnte aber das Rennen zu Ende fahren und den Hunden wichtige Trainingskilometer verschaffen.
Die Nacht war wie immer kurz und der Start war auf 9 Uhr festgelegt. Das Team von Michael sah richtig Gut aus und wurde von Tag zu Tag stärker. Ich entschied meinen Hunden einen Tag Pause zu gönnen, um dann den Rest des Rennen zu fahren und sie somit für unser Ziel Norwegen vorzubereiten. Das Wetter war auch an diesem Tag alles andere als gut, aber unser Team absolvierte die vorgegebenen 65 Kilometer ohne Probleme. Michael konnte den dritten Platz halten und alle Hunde machten einen super Eindruck als er durchs Ziel fuhr. Nach dem Versorgen der Hunde, rollten auch wir uns in die Schlafsäcke um für den kommenden Tag fit zu sein.
Für den 4. Tag war die selbe Strecke wie am Vortag geplant. Alle Hunde beider Teams kamen gut erholt und happy aus ihren Boxen. Es wurden alle Hunde eingespannt und wir machten uns um 9 Uhr auf den Weg. Im Tal war nebeliges, feuchtes Wetter, aber so bald man den Anstieg in die höher gelegenen Zonen geschafft hatte, wurde man mit blauem Himmel und Sonnenschein belohnt. Michaels Team hatte keinerlei Probleme und konnte auch an diesem Tag wieder voll überzeugen. In meinem Team hatten sich alle wieder erholt und wir hatten einen soliden Lauf.
Am letzten Tag hatten wir eine Abschlussetappe von 25km. Bei sonnigen und kühlem Wetter starteten wir um 10 Uhr mit beiden Teams. Die Hunde gingen sehr motiviert ans Werk und so flogen wir nur so über die erste Teil der Strecke. Auf den letzen 15km kam kräftiger Wind auf, der von allen Vier- und Zweibeinern die letzten Kräfte abverlangte. Wir konnten mit beiden Teams, dank der großen Erfahrung, das Rennen mit guten Zeiten beenden.
Michael konnte mit den IRON-Dogs den guten 3. Platz im Gesamtklassement einfahren.
DEUTSCHE MEISTERSCHAFT DISTANCE 2009
Die Veranstaltung fand am 7.-8. Februar in Oberwiesenthal auf dem Gelände des Langlauf-Leistungszentrum statt.
Nachdem Schnee- und Wetterbedingungen sehr gut waren, wollte ich die Zeit vor der Abreise nach Norwegen, für einen Test im Schnee nutzen. Ich startete mit meinen 6 Hunden in der limitierten Klasse auf der 35km Strecke. Ich machte mir keinerlei Hoffnungen auf die vorderen Plätze, da die Hunde für die Langstrecke trainiert waren und auf Grund ihres Alters und Rasse das Tempo auf der kurzen Strecke nicht laufen würden. Aber die IRON-DOGS sollten dabei sein und ihr Bestes geben.
Wie immer gingen die Distance-Fahrer als erstes auf die Strecke. Wir hatten kaltes Wetter und eine perfekt präparierte Strecke. Die Hunde waren hoch motiviert und arbeiteten perfekt. Wir genossen den sehr anspruchsvollen Trail und waren am Ende des ersten Tages nicht so weit hinter der starken Konkurrenz. Jetzt mussten wir nur am zweiten Tag nur eine gleichgute Leistung bringen, dann wäre der Leistungstest erfolgreich.
Nach der tollen Veranstaltung am Abend, viel das Aufstehen etwas schwer am Morgen. In der Nacht gab es einen Wetterumschwung und es schneite und stürmte bis in die Morgenstunden. Es war klar, dass der Lauf Heute unter verschärften Bedingungen stattfinden würde. Für uns war das Gut, da meine Hunde bei schwierigen Bedingungen immer gut laufen. Es wurde in umgekehrter Reihenfolge gestartet. Nach der Hälfte der Strecke hatte uns noch keines der schnellen Teams überholt, was mir zeigt, dass wir sehr gut unterwegs waren. Im Ziel waren wir als einziges Team eine bessere Zeit als am Vortag gefahren. Ich war stolz auf meine alte Garde, die wieder bewiesen haben, dass sie echte IRON-DOGS sind.
Der Lohn für die harte Arbeit war der 3. Platz In der Deutschen Meisterschaft Distance.
AMUNDSEN RACE 2009
Unser Saisonhöhepunkt war das Langstrecken-Rennen über 422km vom 27.-30.03.09 in Norwegen. Nach vielen Monaten Training, den Vorbereitungsrennen und unserem Trainingslager, war es am 27. März endlich soweit. Das IRON-DOG RACING-TEAM stand mit 48 Teams am Start in Östersund. Am Start war das „who is who“ der Langstreckenszene und somit eine beeindruckende Konkurrenz mit der wir uns messen wollten.
Das Rennen wird in 5 Etappen mit zwei Pflichtpausen von 4 und 6 Stunden ausgefahren. Nach Erledigung des Papierkriegs und des Veterinär-Checks, konnten wir zur vorgegebenen Zeit unsere Hunde und Material auf der zugefrorenen Bucht vor Östersund ausladen. Für jedes Team waren zwei Pfähle im Eis eingefroren, an denen man die 12 Hunde und den Schlitten sichern konnte. Danach musste man das Fahrzeug wieder vom Eis auf den Parkplatz fahren. Anschließend konnten der Musher zusammen mit seinem Helfer die Hunde vorbereiten und einspannen. Die Anspannung war auf dem Höhepunkt, da das Amundsen Race, als einziges Rennen der Welt mit einem Massenstart beginnt.
Nach einem letzten Klaps auf die Schulter überließ ich Michael seinem Schicksal und suchte mir einen guten Platz, um das Spektakel zu beobachten. Trotz der 580 Hunde, verlief der Start problemlos. Unser Plan war es, die 140km der ersten Etappe ruhig und langsam anzugehen. Es gelang Michael auch sehr gut und die Hunde fanden schnell ihren Rhythmus. Nach dem Verlassen der zugefrorenen Bucht, wand sich der Trail durch schwedischen Berge. Die erste Nacht war windig und kalt und der Trail war tief und anstrengend für die Hunde. Nach 11:49 Stunden erreichte unser Team den Checkpoint Ljungdalen. Hunde und Musher waren müde aber in sehr guter Verfassung. Das Versorgen der Hunde war in Rekordzeit absolviert und sie konnten sich einrollen und schlafen. Für den Musher war erst einmal ein warmes Essen und das trocknen der Kleidung angesagt. Das Team lag genau im Plan und wir hatten keinerlei Verletzungen. Viele unserer Konkurrenten erging es nicht so gut und sie mussten viele Hunde aus ihren Teams nehmen. Geplant waren 4 Stunden Pause, aber wir gingen etwas vorher auf die nächste Etappe.
Bis Tänndalen waren es 69 Km. Dieses Teilstück war eine Schlüsselstelle, da die Strecke über hohe Berge führte, und bei schlechtem Wetter sehr gefährlich sein konnte. Das Wetter war perfekt und Michael war nach 7 Stunden im Checkpoint, wo man die vorgegebene Ruhezeit von 6 Stunden machen musste. Die schwere erst Hälfte war geschafft und alle hatten sich 4 Stunden Schlaf verdient. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch alle Hunde und keine Probleme. Tänndalen war auch der einzige Punkt an dem Proviant aufgefüllt werden konnte für die restlichen 211 Km. Nach zwei Mal füttern und 6,5 Stunden Pause, führte ich das Team um 23:00 Uhr zum Start. Die nächsten 83 Km waren laut Streckenproviel ohne großen Schwierigkeiten. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und so stand einer Überquerung der Schwedisch/Norwegischen Grenze nichts mehr im Wege.
Der Checkpoint Grövelsjön war auf einem zugefrorenen See. Es war ein sehr idyllischer Platz aber auch sehr kalt. An diesem Punkt musste man noch einmal 4 Stunden Pause machen, bevor die letzten 130 Km bis ins Ziel in Angriff genommen werden können. Als das Team einläuft, wird klar warum sie länger gebraucht haben als geplant. Michael hat zwei Hunde im Schlittensack. Für die beiden ältesten Hunde im Team war die letzte Nacht zu viel. Sie sind mit ihrer Kraft am Ende und einfach nur müde. Zum Glück haben wir die Sonne, die die Pflichtpause angenehmer macht. Nach dem Füttern dürfen die Hunde bis zur Abfahrt schlafen. Zusammen mit dem Tierarzt entscheiden wir, die zwei angeschlagenen Hunde aus dem Team zu nehmen. Exakt nach 4 Stunden verlassen die 10 Hunde den Checkpoint Richtung Röros.
Die 90 Km bis Tufsingdalen zum letzten Checkpoint, waren eine lange Abfahrt. Es war geplant die Strecke bis ins Ziel durchzufahren. Zur Sicherheit wollte ich aber in Tufsingdalen warten, falls noch ein Hund Probleme hat. Nach 7:50 Stunden erreichte das Team den Checkpoint. Die Hunde sahen richtig fit aus und liefen ein gleichmäßiges Tempo. Nur der jüngste im Team hatte Schwierigkeiten das Tempo zu halten. Aus Vorsicht nahmen wir ihn aus dem Team und Michael setzte, nach 5 Minuten Halt, die Fahrt ins Ziel fort .
Als das Team am 30. März Morgens um 1:25 Uhr in Röros die Ziellinie überquerte, konnte man dem Team nicht anmerken, dass sie 422 Km gelaufen waren.
Am Ende belegte das IRON-DOG RACING-TEAM den 29. Platz von 48 Startern. Für uns ist das ein hervorragendes Ergebnis bei diesem hochklassigen Starterfeld. Das Amundsen gilt auch als ein sehr schweres Rennen, was die Ausfallquote von über 30 % zeigt.
Alles in Allem hatten wir wieder eine sehr erfolgreich Saison und die eingefahrenen Erfolge können sich sehen lassen.
Ich möchte mich recht herzlich für Ihre Unterstützung und Vertrauen bedanken und würde mich freuen wen wir auch 2010 gemeinsam die Erfolge des IRON-DOG RACING-TEAMS feiern könnten.
SEDIVÁCKUV LONG 2008
Das Sedivackuv ist ein Internationales Langstrecken-Rennen mit Start und Ziel im Ort Destne an der Tschechisch Polnischen Grenze. Es wurde eine 222 Km und eine 333 Km Strecke in verschiedenen Klassen angeboten, die dieses Jahr von 22. – 26. Januar zu bewältigen war. Es waren insgesamt 70 Teilnehmer gemeldet und es versprach ein interessantes Rennen zu werden.
Schon die Anreise ist ein kleines Abenteuer. Bis Prag war es problemlos, aber die Fahrt durch Prag und die Landstraßen bis zum Ziel waren eine Herausforderung ans Kartenlesen. Ich war froh, dass ich Michael dabei hatte, der uns sicher navigierte und wir um Mitternacht in Destne ankamen. Bis wenige Tage vor dem Start waren optimale Bedingungen im Riesengebirge, doch dann kam die Wärme und der Regen.
Das Steak-Out war eine grüne Wiese und man konnte den Schnee nur auf den Höhen erkennen. Wir bezogen unser Zimmer, versorgten die Hunde und nach einem Glas Bier, legten wir uns schlafen.
Bei der Besprechung am nächsten Morgen wurde klar, dass das Rennen nicht wie geplant stattfinden kann. Es war eine Schleife von etwa 25 Km fahrbar und diese wollte man nutzen um auf eine Gesamtdistanz von 200 Km zu kommen. Der Start wurde auf den nächsten Tag verlegt, da man wegen der fallenden Temperaturen auf Schneefall hoffte, damit die ersten 2 Km bergan nicht auf der grünen Wiese zu fahren waren.
Ich hatte aus den 14 Hunden vom Grande Odyssee zwei Teams mit 7 Hunden in der offenen Klasse gemeldet. Gefahren wurden die Teams von Michael in der Touren-Klasse und mir in Offen.
In der Nacht vor dem Start schneite es tatsächlich leicht und so hatten wir einen leicht „gezuckerten“ Start-Hang. Der Start verlief problemlos und die Strecke war, nachdem die Wiese überwunden war, wirklich gut. Danach gab es noch eine schwierige Passage, bei der man durch ein schneeloses Geröll-Rinne, 500 Meter steil nach oben musste. Der Rest war ein anspruchsvoller, schneller Trail.
Die Hunde hatten sich in der kurzen Zeit nach dem Grande Odyssee gut erholt und so hatten wir am 1. Tag die schnellste Laufzeit und waren 1. in der Gesamtwertung.
Die Versorgung der Teilnehmer war bestens organisiert. Es gab den ganzen Tag warmes Essen und Getränke und am Abend konnte man gemütlich zusammensitzen.
Nach dem tollen Start wollte ich meinen Vorsprung natürlich halten . Leider war der gefallene Schnee vom Vortag weggetaut und so waren die ersten Kilometer am 2. Tag auf grüner Wiese zurückzulegen. Durch das Höhentraining war das Team gut in Form und deshalb überholten wir schon viele Konkurrenten auf den ersten schwierigen Kilometern. Wir hatten einen super Lauf und waren wieder schnellstes Team und konnten unseren Vorsprung ausbauen. Die Abfahrt über die Wiese bis in den Zielbereich, war jedes Mal ein Abenteuer und Material-Test zugleich.
Leider verletzte sich einer der Hunde und deshalb konnte ich die 3. Etappe mit nur 6 Hunden starten. Zu unserem Glück wurden an diesem Tag nur 34 km gefahren. Obwohl ich nur ein kleines Team hatte, waren wir mit dem 4. Platz in der Tageswertung, sicherer Erster in der Gesamtwertung.
Für den letzten Tag wurde die Strecke leicht geändert und es waren 42 Km zu fahren. Auch an diesem Tag blieb uns die „grüne Hölle“ nicht erspart, aber meine 6 Hunde gaben ihr Bestes. Man merkte ihnen aber die Anstrengungen der letzten Wochen an und auch ich gab mein Bestes um sie so gut es ging zu unterstützen. Trotz aller Schwierigkeiten, waren wir das zweitschnellste Team an diesem Tag und die Sensation war perfekt! Wir gewannen das Sedivackuv Long bei unserem ersten Start mit über einen halben Stunde Vorsprung auf das nächste 10 Hunde-Team. Michael Kirchner gewann klar die Touren-Klasse.
Eine tolle Leistung der Hunde, die sich müde in ihren Boxen ausruhten und von uns in der Nacht nach Hause gefahren wurden.
Man muss dem Team um Pavel Kucera ein großes Lob aussprechen. Sie haben es verstanden mit Flexibilität und guter Laune das Rennen trotz schlechter Verhältnisse durchzuführen. Bei diesem Rennen ist es auch schon lange kein Problem, dass Reinrassig und Offen zusammen Sport betreiben.
Wir haben uns sehr wohl gefühlt und hoffen für mehr Schnee im nächsten Jahr.
Wolfram Schumacher
LA GRANDE ODYSSEE
Wie geplant verließen wir Stammheim am 4. Januar punkt 10 Uhr mit 13 Hunden, 2 Schlitten und ca. 400 kg Material. Die Anreise war Problemlos, bis auf die Tatsache, dass uns unser Navigationsgerät auf unserer Fahrt nach Avioraz, auf eine geschlossenen Pass lotste. Der Ort am Ende des Tales war aber ein guter Platz zum übernachten und so endete unser erster Tag mit einer unbequemen Nacht im Auto.
Am nächsten Tag war dann offizielle Anreise und alle 23 Teilnehmer bezogen ihre Quartiere und Stake-Out. Der Rest des Tages war mit dem Gesundheits-Check der Hunde und offiziellen Terminen ausgefüllt. Leider waren die Schneeverhältnisse unterhalb 1500 Meter schlecht und so musste die Organisation während der gesamten Veranstaltung immer die Streckenführung den Schnee und Wetterbedingungen anpassen.
Nach der erste Etappe war klar, dass ich am Schwersten Rennen der Welt bin und die Hunde und ich etwas Zeit brauchen um uns an die Höhe zu gewöhnen.
Die ersten beiden Tage hatten wir Plustemperaturen und schlechtes Wetter, danach war es kalt und sonnig. Die Etappen im Portes du Soleil Gebiet waren extrem schwierig und wir mussten schon an den ersten 4 Tagen an die Grenzen gehen.
Nach zwei Tagen hatten wir uns gut akklimatisiert und die Leistungskurve ging bei den Hunden und mir steil nach oben. Für die nächsten beiden Etappen musste der ganze Tross von Avioraz, 180 km nach Megève umsetzen.
Vor der Sporthalle mitten im Stadtkern hatten wir unseren Standplatz und auch hier war Schnee Mangelware. Die Etappen wurden in den Bergen um Megève gefahren, geschlafen und gegessen wurde in der Turnhalle. Das Zuschauerinteresse war groß und die beiden schweren Etappen liefen richtig gut für mich.
Nach der letzten Etappe in Megève startete die letzte Umsetzaktion nach Lanslebourg. Nachdem wir uns eingerichtet und unsere Klamotten im Zimmer verstaut hatten, war es Zeit für den offiziellen Empfang mit Abendessen.
Ich habe mich früh in Mein Bett gelegt, da es der erste Tag war, wo wir 30 Stunden Pause bis zu nächsten Start hatten.
In den folgenden 5 Tagen fuhren wir 6 wunderschöne Etappen mit zwei Übernachtungen auf 2000 Meter. Für die Biwaks musste man alles Futter und Material mitnehmen und deshalb waren die Schlitten auf diesen Abschnitten richtig schwer. Die französischen Gebirgsjäger hatten für uns und die Organisation ein Zeltlager mitten im Gebirge aufgebaut. Man konnte dort seine Kleidung trocknen und essen, aber geschlafen wurde bei den Hunden im Freien.
Die Abschlussetappe war mit 80 km noch einmal richtig lang und alle mussten die letzten Reserven mobilisieren. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, als wir nach 900km und fast 30000 Höhenmetern, die Ziellinie als 15. überquerten.